Allgemeines - BR64 - Die Baureihe 64

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Die 1' C 1' - h2 - Lokomotive wurde im Vereinheitlichungsbüro des Deutschen Lokomotiv-Verbandes in Berlin-Tegel in engster Zusammenarbeit mit dem Lokomotiv-Dezernat des Reichsbahn-Zentralamtes entworfen. Sie ist für Strecken mit niedrigem Achsdruck, also vorzugsweise für die Verwendung auf Nebenbahnen bestimmt; gleichzeitig soll sie aber auch zur Beförderung von leichten Zügen auf den Hauptstrecken, z.B. zur Bedienung des Nahverkehrs, soweit wie möglich herangezogen werden.

Die Lokomotive wurde zuerst im Jahre 1926 bei den Lokomotiv-Bauanstalten HANOMAG, Hannover, HENSCHEL & SOHN, Kassel, KRUPP, Essen, BORSIG, Berlin-Tegel und der AEG, Berlin-Hennigsdorf in einer Gesamtlieferung von 40 Stück bestellt.

Dem Bau der Lokomotive wurde der auf den Nebenbahnen noch zulässige Achsdruck von 15 Tonnen
zugrunde gelegt.

Die Lokomotive soll auf den Nebenbahnstrecken vorzugsweise die Personenzüge, im Flachland aber auch gemischte Züge fahren. Die Achsanordnung 1' C 1'
und die Ausbildung als Tenderlokomotive entsprechen dabei dem besonderen Verwendungszweck auf kurzen Nebenbahnstrecken ohne Drehscheiben oder ohne Drehmöglichkeit bei dichtem Pendelverkehr. Sie ist deshalb mit gleichmäßig guten Fahreigenschaften für beide Fahrtrichtungen durch Anordnung zweier einachsiger Deichselgestelle ausgestattet worden.

Der Kessel hat 104,4 m²
Verdampfungsheizfläche und gibt eine Höchstleistung am Zughaken von etwa 770 PSe ab, die bei guter Auslastung zur Beförderung eines Personenzuges von 270 t Gewicht auf 10 %o Steigung mit 50 km/h oder auf 25 %o mit 20 km/h genügen. Bei mittlerer Anstrengung können unter gleichen Umständen 220 t dauernd gefördert werden. Die Bemessungen der Überhitzerheizfläche mit 36,1 m² läßt in beiden Fällen eine Heißdampftemperatur von 380° C und mehr erwarten.

Der Raddurchmesser von 1500 mm
genügt einmal den Anforderungen des Personenzugdienstes gut und läßt eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h zu, die für die Beförderung von Personenzügen auf Hauptbahnen gewünscht ist, andererseits erlaubt er aber auch auf Nebenbahnstrecken noch eine schnelle Beschleunigung, die zur Erzielung brauchbarer Reisegeschwindigkeiten erforderlich ist. Die Laufradsätze haben 850 mm Raddurchmesser und einen beiderseitigen Ausschlag von 110 mm. Der feste Achsstand ist 3600 mm; er umfaßt die drei gekuppelten Radsätze. Der Treibradsatz hat um 15 mm geschwächte Spurkränze. Die Lokomotive kann mit dieser Achsanordnung Bögen bis 140 m Halbmesser herab und die preußische Weiche 1:7 durchfahren.

Der Federausgleich im Laufwerk gestattet das anstandslose Befahren von Ablaufbergen bis 150 m
Scheitelhalbmesser herab.

Da die Abbremsung der radial verschiebbaren Laufradsätze große Schwierigkeiten verursacht hätte, hat man sich mit der Abbremsung der gekuppelten Radsätze begnügt, und zwar werden sie bei 8 kg/cm²
Zylinderdruck mit 114% ihres Schienendruckes und somit das Gesamtgewicht der Lokomotive mit vollen Vorräten mit 69,1% abgebremst. Die Bremsklötze wurden wie üblich vorn auf Achsmitte angeordnet, um beim Bremsen die gebremsten Radsätze so wenig wie möglich zu entlasten. Durch die Bremsklötze werden die Achslager gegen die Achslagerstellkeile gedrückt.

Neben vielen anderen Einzelteilen, die die 1' C 1'
-Lokomotive mit den Einheitslokomotiven der Reihe für 20 t Achsdruck gemeinsam hat, ist sie in weitestem Umfange mit den anderen Gattungen der 15 t- und der 17 t-Relhe übereinstimmend gestaltet, also mit der 1' C 1' und der 1' D 1'
-Nebenbahnlokomotive, den Verschiebemaschinen der Achsanordnung C und D und der E-Hafenbahnmaschine mit zahnradgekuppelten Endradsätzen. Am weitesten geht die Übereinstimmung mit der als Parallelgattung für lange Nebenbahnstrecken gedachten 1' C- Lokomotive (Anm.: Baureihe 24), mit der sie grundsätzlich in allen Teilen, abgesehen vom Rahmen und den Rahmen Verbindungen, übereinstimmt. Der Kessel, Zylinder, Triebwerke, Radsätze, Deichselgestelle und die meisten anderen Teile sind also austauschbar.

 
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