Scratch-Building eines Bubikopfs - BR64 - Die Baureihe 64

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Scratch-Building eines Bubikopfs

Modellbau > Baureihe 64 im Maßstab 1:21
Modellbau: Michael Max
Text: Michael Max
Bilder: Michael Max, Thomas Koberstein, Ralf Winkler

Wie alles begann...
Eher zufällig entwickelte ich vor etwa zwei Jahren eine eigene Form des Modellbaus, als ich auf der Grundlage des 1:30-Glaskasten-Kartonmodell-Baubogens von Kurt Fehling (mit Einverständnis des Autors) durch einfaches Umkopieren auf DIN A3 eine vergrößerte Version ableitete und feststellte, dass ich in dieser Baugröße fast unbegrenzt Detailarbeiten ausführen konnte, die mir in kleineren Maßstäben nicht (mehr) möglich wären. So begann meine späte Entdeckungsreise in das Land des Scratch-Modellbaus. Ich staunte, mit welch einfachen Materialien sich ein Lokmodell bauen ließ, wenn man bereit war, Geduld und Zeit zu investieren. Etwa eineinhalb Jahre dauerte die Fertigstellung des Glaskastens.
64 007 soll es werden...
Die Arbeit machte mir so viel Freude, dass ich jetzt ein weiteres Projekt in Angriff genommen habe: Den Nachbau der 64 007 (z.Zt. Schwerin) in derselben Baugröße wie der Glaskasten (1:21) und mit der gleichen Beschränkung auf einfache Materialien wie Sperrholz, Karton, Kupferdraht und etliche haushaltsübliche Kleinteile. Vorgefertigte Zurüstteile, Fotoätzteile und Lasercut verwende ich (mit ganz wenigen Ausnahmen, etwa bei Nietköpfen) nicht. Sie würden auch nicht zum Charakter der Modelle passen, denen man die Handarbeit deutlich ansieht (und ansehen soll), was nicht unwesentlich zu ihrer Ausstrahlung beiträgt. 
Der Scratch-Bau der 64 setzt für mich als Laien viel Quellenstudium, Rückgriff auf Bauzeichnungen und reiche Fotodokumentation voraus. Allein von Rahmen und Fahrwerk habe ich bis jetzt ca. 250 Aufnahmen in Neuenmarkt (64 295) und in Schwerin (64 007) gemacht, die ich bei der Anfertigung jedes neuen Bauteils so gut wie möglich auswerte.

Die Rahmenwangen habe ich nach der zeichnerischen Vorlage von Herrn Niggemann gearbeitet, wobei ich allerdings berücksichtigen musste, dass diese sich auf den Bau einer Modell-Echtdampflok in 1:11 bezieht und entsprechende Veränderungen zum Original aufweist. Abweichungen vom Original sind in meinen Arbeitstechniken und mit den genannten Materialien allerdings grundsätzlich nicht zu vermeiden, sollen sich aber in optisch kaum wahrnehmbaren Grenzen bewegen. Die Lok ist als nicht rollfähiges Modell konzipiert, um im Bereich des Antriebs technisch bedingte Kompromisse möglichst zu vermeiden. Der Detaillierung sind hingegen fast keine Grenzen gesetzt – es sei denn durch Mangel an Geduld oder durch die Kleinheit eines darzustellenden Einzelteils. Besonders wichtig ist es mir, dass Funktionszusammenhänge zwischen den Bauteilen klar erkennbar sind.

Den inneren Aufbau des Rahmens speziell bei einer Dampflokomotive nachzuvollziehen hat seine Tücken, weil viele Einzelteile sehr verborgen liegen und in Form und Funktionszusammenhang bisweilen schwer zu entschlüsseln sind. Mit diesen Arbeiten bin ich noch nicht fertig, aber auf einem guten Weg.

Als Bauzeit für das Modell setze ich zwei bis drei Jahre an und freue mich über jeden Interessierten, der mir dabei auf die Finger schauen möchte. In einem erstem Berichtsteil stelle ich hier den bisherigen Bauzustand vor und werde diesen Bericht von Zeit zu Zeit ergänzen.
Wer genauere Informationen zum Bau wünscht, kann einen detaillierten Baubericht auf dem Forum „Der lustige Modellbauer“ verfolgen (Projekt „Bubikopf“ - die BR 64).
Die Räder entstanden aus Karton und Holz in einer Schablone und wurden anschließend in Sekundenkleber "ertränkt" und dann lackiert, um wie aus einem Guss zu wirken.
Rahmen und Räder wurden auf dem Präsentationsgleis sauber ausgerichtet und an zwei Gewindestangen festgeschraubt.
Foto der 64 007 in Schwerin, aufgenommen von Thomas Koberstein.
Bei der Konstruktion von Details orientierte ich mich - so gut es ging - an Originalzeichnungen.

Auch die Zylinder entstanden aus dem von mir bevorzugten Materialmix: Holz, Pappe, Draht...

Mit dem Zwischenergebnis war ich letztlich auch in Bezug auf die Farbgebung recht zufrieden.
Den Aschkasten ließ sich nur deshalb relativ präzise arbeiten, weil ich in Nördlingen den ausgebauten Aschkasten der dortigen 64 520 fotografisch dokumentieren konnte.
Die Darstellung des Rauchkammerinneren war eine kleine Herausforderung!
Dieses Foto stammt von ©Ralf Winkler, aufgenommen in Neuenmarkt-Wirsberg an 64 295. Als Ergänzung zum Modellbild. (edit: Carsten Heidtke)
Aktueller Stand im September 2016: Mit der Ausführung des Fahrwerks bin ich recht zufrieden.
Ich möchte mich bei Michael Max herzlich bedanken, seinen feinen Modellbau hier präsentieren zu dürfen. Eine Freigabe der Bilder ist natürlich gegeben. (Carsten Heidtke)
 
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