Die Geschichte der Baureihe 64 - BR64 - Die Baureihe 64

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Die Geschichte der Baureihe 64

Länderbahnen und ihre Probleme

Bedingt durch die früheren Länderbahnen aus der Gründerzeit der Eisenbahnen in Bayern, Sachsen, Preußen, Württemberg usw. und deren Lokomotivhersteller gab es eine Vielzahl von unterschiedlichen Lokomotiven zu den unterschiedlichsten Einsatzzwecken. Lokomotiven für Güterzüge, Schnellzüge, kurvenreiche Gebirgsstrecken, Steigungsstrecken – für jeden Fall hatte jeder Hersteller seine Ideen, seine Konstrukteure und seine Antriebskonzepte.

Das hatte natürlich zur Folge, dass bei Reparaturen und Anpassungen ein Bauteil sehr oft nur an einer Baureihe zu verwenden war. Dadurch stiegen die Kosten für die Vorhaltung von Ersatzteilen deutlich.

Der erste Weltkrieg

Der erste Weltkrieg tat sein Übriges. Viele, vor allem gut erhaltene Lokomotiven wurden von den Siegermächten als Abgaben gemäß des Waffenstillstands von Compiègne reklamiert und außer Landes geschafft. Das, was dann noch im Deutschen Reich ab dem 1. April 1920 unter den Reichsbahnen und ab dem 1. Oktober 1924 unter der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) an Lokomotiven blieb, war oftmals alt, zerschlissen und durch viele unterschiedlichste Baureihen gekennzeichnet. Wie soll da ein Wiederaufbau stattfinden?

Die Planungen begannen

Es war daher nur folgerichtig, nach Konzepten zu suchen, die es ermöglichten, zum einen möglichst schnell neue Lokomotiven bauen zu können, zum anderen aber auch die Produktion der neuen Lokomotiven zu vereinheitlichen.

So wurde bereits im Mai 1921 im engeren Lokomotivausschuss ein erarbeitetes Typenprogramm des Herstellers Borsig (Berlin) diskutiert. Ziel dieses Typenprogramms war die Entwicklung von neuen, vereinheitlichten Lokomotiven, bei denen viele Komponenten einzelner Baureihen austauschbar bleiben sollten, um diese bei Bedarf freizügig einsetzen zu können. Im Typenplan des Vereinheitlichungsbüros von 1922 wird das erste Mal eine 1’C1’ h2-Lokomotive erwähnt.

Es dauerte aber noch einmal zwei Jahre, bis die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn die Entwicklung dieser neuen Einheitslokomotiven anordnete. Unter anderem wurde auch der Bau einer 1’C 1’-Lokomotive vorangetrieben, deren Achslast von 15 t Gewicht nicht überschritten werden sollte, damit diese auch auf Nebenbahnen mit schlechterem oder einfacherem Oberbau einzusetzen war.

Die Baureihe 64 entstand

Die Baureihen 24, 64 und 86 bilden eine „Familie“, da ihre Bauteile untereinander zu großen Teilen austauschbar waren. Die Baureihe 64 bestand aus 5.424 verschiedenen Bauteilen. Dank der Deutschen Industrie-Normen (DIN) waren davon 1.451 Normteile, dazu kamen 2.842 vereinheitlichte Typenteile. Somit waren nur 1.131 Bauteile speziell für die Baureihe 64 gefertigt [1]. Das war gerade einmal ein Fünftel der gesamten Teile. Welch ein Vorteil im Vergleich zu den unterschiedlichen Loks der Länderbahnzeiten!

Die Baureihe 64 wurde ab 1927 gebaut und ab 1928 in den Dienst gestellt. Es entstanden so 520 Lokomotiven der Baureihe 64, die die Ordnungsnummern 64 001 bis 64 520 bekamen.

64 027 im Jahr 1928 auf einem Werkfoto der Firma AEG.

Verbleib nach dem 2. Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg verhinderte eine weitere Anschaffung. Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reichs 1945 gingen wie schon nach dem ersten Weltkrieg viele Lokomotiven ins Ausland. Auch die Baureihe 64 war davon betroffen, so dass viele Ordnungsnummern nach Polen, Tschechien oder Russland verbracht worden sind. Eine einzige Lok der Baureihe 64, nämlich 64 311, blieb in Österreich und wurde dort am 28.11.1957 ausgemustert und verschrottet.

Von vielen Loks, die ins Ausland verbracht worden sind, ist nicht viel bekannt. Fotobelege aus der Einsatzzeit sind noch rarer.

Erhaltene Lokomotiven

Heute existieren leider nur noch wenige Exemplare bei Museumsbahnen, glücklicherweise sind aber einige noch betriebsfähig. Mehr dazu im Bereich Museumsbahnen.

Quellennachweis

[1] Baureihe 64, der Bubikopf: GeraNova-Verlag

 
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